Privilegien machen blind für Diskriminierung

21.08.2010

Zu Besuch in Rheinhessen, die AZ lesend, mich ärgernd, habe ich mir die Zeit genommen, folgenden Leserbrief zu schreiben, der nicht abgedruckt wurde.

Reinhard Breidenbach spricht sich in seinem Kommentar gegen die völlige Gleichstellung von "gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften" mit "Ehe" und "Familie" aus (insbesondere gegen das Adoptionsrecht). Dabei betont er jedoch mehrfach, dass es "verwerflich und unzulässig" sei, Menschen wegen sexueller Vorlieben zu diskriminieren.
Die vollen Privilegien als weißer, männlicher, nicht armer, heterosexueller Mensch genießend, ist Breidenbach scheinbar blind dafür, dass er gerade selbst diese Diskriminierung reproduziert: Homo-Paaren zu sagen, dass sie keine Kinder, keine Familie haben sollen, _ist_ Diskriminierung. Es gibt Regenbogenfamilien, denen kein Schutz gewährt wird, und Homo-Ehen, die auch kinderlos Vorteile genießen.
Nicht nur wegen Lebenspartnerschaften, sondern vor allem wegen Patchworkfamilien sollte Artikel 6 GG Familien unabhängig von "Ehe" oder nicht schützen. Den Kinder zuliebe.



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